Montag, 24. August 2015

Everyday ... A-hey, a-hey-hey




1. Forthcoming game you are most looking forward to
Schwer zu sagen ... letztes Jahr hätte ich sicher Mutant Chronicles 3rd gesagt. Das alte Life-Path-System war wirklich hübsch. Die Regeln (der deutschen Übersetzung) nicht so. Hingegen ist das Setting immer noch grandios.
Dark Future meets Cyberpunk meets Space Opera. 
Für mich war das Setting immer deutlich näher an den Themen von Shadowrun dran als an Warhammer 40K. Nur: Die Entwicklung, die die Regeln bei Modiphius genommen haben, gefällt mir ... nicht. Letztlich war ich schon von WFRP3 und noch mehr von FFG Star Wars underwhelmed.

Zweifelsfrei funktionieren die Systeme und haben ihre ganz eigenen Stärken, aber sie sind einfach an mir vorbei entwickelt. Ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe. Und MC3 wird vom selben Designer entwickelt. Jay Little's Vorliebe erzählerische/narrative Elemente und inspirative Momente mit der Würfelauswertung und anderen Regelmechanismen zu verschmelzen, ist für mich als frei assoziierender Kreativdenker und Zufallstabellenliebhaber ein Gräuel höchst ungünstig.

Deswegen sage ich Lone Wolf Adventure Game, obwohl ich als Vorbesteller das PDF schon erhalten habe. 


2. Kickstarted game you are most pleased you backed
... ich hab mich bisher noch nicht an einem Kickstarter beteiligt. Mir ist es lieber, wenn sich Roland (Sphärenmeisters Spiele) als Händler dran beteiligt. Einmal, weil ich lieber bei ihm kaufe und seinen tollen Service (schnell, unkompliziert, Beratung und Sonderbestellungen per e-mail/Rollenspielforen) gern unterstützten will. Zum anderen hab ich den ganzen Ärger mit KS-Projekten, die ewig nicht fertig werden, etc. nicht.

Crypts & Things Remasterd hätte ich sonst unterstützt. Beim deutschen Dresden Files KS ist mir am Ende die Zeit ausgegangen. Es hat etwas gedauert, bis ich von einem Pledge überzeugt war ... und dann war ich zeitlich so eingespannt, dass ich den Kopf bei wichtigeren Dingen hatte ubd es nicht mehr hingehauen hat.

Die einzige Crowdfundig Aktion an der ich mich beteiligt habe war die Fanfinanzierung von Prometheus Games für die zweite Auflage von Savage Worlds (GER Revised). Das PDF-Level zu nehmen, habe ich nicht bereut. Trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Fanfinanzierung verbunden waren/sind. Ich hab mein SW-PDF. Und Rune Punk kommt sicher auch irgendwann. Ich hab's damit nicht so eilig. Auch weil ich hier noch das Steampunk-Setting "The Widening Gyre" rumstehen habe (sowohl für SW, als auch für das HERO System).

3. Favorite new game of the last 12 months
Lone Wolf Adventure Game. Es setzt wie das Einsamer Wolf Mehrspielerbuch auf den Regeln der Abenteuerspielbücher auf und wirkt dabei deutlich runder als jenes. Die eher einfach gehaltenen Regeln scheinen es zu einem Spiel zu machen mit dem Rollenspielneulinge gut zurecht kommen. Und: Es ist dabei ein richtiges Rollenspiel, nicht so eine blöde Schnupperbox, wie man das von D&D 4 oder den neuen Star Wars Sachen kennt.
Dadurch, dass das Spiel in Basis-Regeln hat und "Experten"-Regeln optional dazu genommen werden können, bekommt man einen guten Einblick, wie das Spiel funktionieren soll. Für Basteln von Hausregeln & Co. scheint mir das Vorgehen ebenfalls sehr hilfreich zu sein. Wer also selber was bauen will, sollte das ohne Probleme tun können. Das System sollte nicht gleich zusammenbrechen, weil man an der falschen Stellschraube gedreht hat.

Mit Magnamund hat das Spiel dann auch ein starkes Setting. Es ist nicht übermäßig fantastisch, kommt ohne tausende von Details aus und ist gut zu verstehen. ... Ein wunderbar unprätentiöses Setting.


4. Most surprising game
 Es  sind zwei Spiele, die mich zuletzt überrascht haben. Einmal Mutant: Year Zero, das auf bewundernswerte Weise Konzepte, Mechanismen und Ideen aus Indie-, OSR-Rollenspielen und frühem Erzählspiel zu einem gut spielbaren Ganzen kombiniert.

Das andere Spiel ist Clockwork & Chivalry 2nd. Ich hatte mir das Buch ursprünglich als Ideensteinbruch für die Umsetzung von Alchemie und Fraktionen im Rollenspiel geholt. Es hat sich jedoch in meiner Gunst weit nach vorn gekämpft und ich bin mir relativ sicher das mal spielen zu können. Das Setting ist deutlich weniger abgedreht als ich vermutet hatte und entsprechend sehr viel spielbarer, als ich das eingeschätzt hatte.
Worum es geht: Den Hintergrund bildet Britannien zur Zeit des English Civil War (Mitte 17.Jh.). Die bekanntesten Personen zu der Zeit dürften der Schlächter Oliver Cromwell und Charles I sein. Jedoch geht es bei Clockwork & Chivalry nicht um ein reines Bürgerkriegsszenario, nein, es ist phantastisch verfremdet. Die Parlamentarier haben (natürlich für das Schlachtfeld) Clockwork-Monstrositäten gebaut. Die Royalisten verfügen über Alchimisten mit Mächten zweifelhafter Herkunft. Es gibt eine Vielzahl von Fraktionen ... Puritaner, Parlamentarier, Katholiken, Leveller, Mitglieder von Horseman's Word (eine okkult-satanische Fraktion), ... Das Zusammentreffen von verschiedenen Überzeugungen hat immer Auswirkungen im Spiel. Dabei sind die "Weltbilder" innerhalb einer Fraktion deutlich weniger stereotyp, als bei anderen Rollenspielen, wo das eine Rolle spielt, der Fall ist. Die Charaktererschaffung ist auch recht gelungen: Basiswerte auswürfeln, Soziale Klasse wählen (hierdurch werden die Werte modifiziert), Profession wählen [1] (auch hier werden die Spielwerte modifiziert) und schließlich gibt frei verteilbare Punkte ... dann werden Ereignisse in der Vergangenheit des Charakters erwürfelt. Für mich ist das eine ausgewogene Mischung aus Zufallsgenerierung, Auswahl und Point-Buy.
Das Spiel schaut sehr spielbar und ausgewogen aus. Regelseitig wird mit Renaissance eine Variante von Runequest/BRP verwendet, die speziell auf das Schwarzpulverzeitalter angepasst wurde.

[1] Die sind schön geerdet und erinnern ein bißchen an das Warhammer Rollenspiel. Ein paar Beispiele: Cavalier, Merchant, Smuggler, Wise Woman, Woodsman.

 5. Most recent RPG purchase
Citadel beyond the Northwind ein Sword-&-Sorcery-Setting für Legend (Runequest) von Morten Braten. Für mich primär als Ideenfundgrube gedacht, um damit Crypts & Things zu spielen. Ist noch nicht angekommen, deswegen kann ich weiter nix dazu sagen.

Außerdem habe ich Dirks Tipp beherzigt und mir die Printversion von Far Trek besorgt. Mit M20 wollte ich immer schon mal was machen. Da ich jedoch mit D&D 3 und seinen Varianten bisher kaum/quasi keine Erfahrungen machen konnte, wusste ich nie so recht, was ich damit spielen soll. Das letzte Stück Zugänglichkeit - im Sinne von "dies und jenes kann und will ich so umsetzten" hat mir immer gefehlt. Vielleicht ändert sich da mit Far Trek was. Zum einen ist das ein komplettes Spiel, zum anderen habe ich im Freundeskreis Star-Trek-Fans und ... "mein SF-RSP" fehlt mir auch immer noch. Mal schauen ...

6. Most recent RPG played
Warhammer Fantasy Rollenspiel 2te. Und zwar das Abenteuer: The pig, the witch & her lover. Heute vormittag haben wir es - mit Abkürzung (weil wir nur kurz Zeit hatten) - beendet. Mal schauen, ob die Runde weiter geht auch wenn einer der Spieler ab Oktober weggezogen sein wird.

7. Favorite free RPG
The Shadow of Yesterday ... conflict resolution ist eine interessante Art Situationen aufzulösen und spielt sich anders als task resolution (= die normale Fertigkeitenprobe). Das Aushandeln von zwei alternativen Ausgängen und der "zufälligen Bestimmung", wessen Idee druchkommt, bringt interessante Storyentwicklung. UND Aktionen haben Konsequenzen. Immer! An den Pfade finde ich cool, dass diese SC-Ziele und -Wertvorstellungen einerseits XP abwerfen und andererseits, dass sie dafür verantwortlich sind, dass sich die Spielfiguren im Lauf des Spiels verändern, ohne dass der Fokus auf "Aufstieg/besser werden" liegt. Es ist vor allem die Persönlichkeit der SC, die sich weiterentwickelt und zwar durch die Erlebnisse in den Abenteuern.

8. Favorite appearance of RPGs in the media
Die Berichterstattungen in den lokalen Zeitungen zum Gratis Rollenspieltag.

9. Favorite media you wish was an RPG
Zorro (Buch, Film, Comics - egal) ... als Savage Worlds Setting. Werde ich wohl mit einem Freund umsetzen (müssen). Obwohl, oder gerade weil SW für mich nicht als generisches oder universelles Regelwerk funktioniert. Dafür sind zu viele Teile, die ich NUR für bestimmte Settings und Spielweisen mag, in die DNA des Regelwerks eingebrannt. Aber für Alta California passen die grundlegenden Regelmechanismen einfach zu gut, um eine andere Regelgrundlage zu nehmen. Statisten, Bennies, Test of Will, Kämpfe mit wenigen kompetenten Gegnern und vielen Extras, ...


 10. Favorite RPG Publisher
Goodman Games für DCC RPG und Lankhmar, Random Esoteric Creature Generator, Free RPG Day Mitinitiator, Etherscope Publisher, Points of Light, Punjar.

Cakebread & Walton für Clockwork & Chivalry 2nd und Dark Streets.

... auf deutsch? Keine Ahnung. Da kam in den letzten Jahren für mich viel zu wenig rum. Tendenziell Mantikore. Für Labyrinth Lord und das Einsamer Wolf Mehrspielerbuch. (Ich hoffe ja, dass der Verlag das Adventure Game auch bringt).

Uhrwerk ist höchst sympatisch. Allerdings machen sie für mich die "falschen" Spiele. L5R hätte eine funktionierende Übersetzung + Abenteuer verdient gehabt. Lobenswert: Der Auftritt als Publisher für den von Hobbyisten geschaffenen Community-Hit "Dungeonslayers" (mit dem ich persönlich gar nix anfangen kann). Der Versuch mit Splittermond ein in (fast) allen Belangen "besseres" DSA an die Spielerschaft zu bringen. Außerdem ist die Präsenz in Foren, die YT-Videos, generell die Ansprechbarkeit ein riesengroßes Plus des Verlags.

11. Favorite RPG Writer
Newt Newport ... v.a. für Regelwerke und Settings (v.a. Crypts & Things). Bei Abenteuern bin ich noch nicht ganz überzeugt. Da habe ich weder genug gelesen um mir ein Bild machen zu können noch was gespielt. The Savage North und Life and Death sollen aber alle Trademarks tragen. Mir gefällt seine inspirative, sehr knappe Schreibe, die einläd sich die Inhalte zu eigen zu machen und durch eigene Ideen zu ergänzen. So ziemlich das Gegenteil von Detailfetischismus und Tot-Erklärerei..

12. Favorite RPG Illustration
Russ Nicholson in: LotFP
Es gab und gibt jede Menge an guten Fantasy-Illustrator(inn)en, die nicht auf diesen grausigen Photoshop-Mainstream-, bzw. 80ies-Airbrush-Kitsch (1x scrollen bitte) setzten. ...

Farbe ist mir nicht besonders wichtig. Wichtiger ist mir, dass Illustrationen einen Widererskunngswert haben und ihr Schöpfer einen eigenen Stil mitbringt. (Natürlich erwarte ich technische gute und perspektivisch weitgehend fehlerfreie Arbeiten. Das scheint jedoch öfter mal eine utopische Erwartung zu sein. Naja. ...)


Was die Lieblings-Illustration erfüllen muss: Sie darf nicht bloß ein gutes Cover für eine RSP-Publikation abgeben, sondern sie muss auch Abenteuer atmen. Dafür ist ferner nötig, dass keine zu spezielle Situation abgebildet wird und erst recht kein Charakterbild oder Portrait.

All diese Voraussetzungen erfüllen z.B. diese Bilder:

Vincent Dutrait in: WFRP 2: Knights of the Grail, S. 111
Jeff Easley in: DCC RPG: #74 Blades against Death, S.16



Vor kurzem bin ich auf eine Illustration gestoßen, die mir richtig, richtig gut gefällt. Sie erschien auf einer D&D-Werbeanzeige - wohl vom Mai 1982 - für die von Tom Moldvay zusammengestellte B/X-Version von D&D. Bei meinen Recherchen konnte ich den Künstler nicht herausfinden.


Was ich daran so mag: Die Figuren erinnern an frühe D&D-Zeichnungen (und damit den Anfang des Hobbies). Die Treppen symbolisieren für mich die viele Beinarbeit, die von Abenteurern zu leisten ist und die auch nicht immer belohnt wird. Außerdem denke ich an das Herumirren, die Fragezeichen, die bei Spielern machmal auftauchen und die Tatsache, dass es - einmal um die Ecke geschaut - auch überraschend und gefährlich weiter oder zu Ende gehen kann. Die dunklen, unheimlichen Gemäuer ... da kommt mir WFRP1's Tony Ackland in den Sinn und der Film "Wenn die Gondeln Trauer tragen".

13. Favorite RPG Podcast
Da habe ich momentan keinen. System Matters fand ich eine ganze Weile recht gut, der ist aber doch ganz schön eingeschlafen. Der Polyeder-Podacast war ne Sache damals. Schade, dass es den nicht mehr gibt.

14. Favorite RPG Accessory
Keine Ahnung, ob das zählt. Ist mir eigentlich auch egal. Ich nehme: Die schwarzen Pappschachteln der Narrativa-RSP.
Die Dinger sind super! Ich hab eine Box so gepackt, dass da alles Relevante für eine Spielrunde WFRP2 drin ist (bis auf den übergroßen SL-Schirm und die Würfelmatten): Grundregelwerk, Würfel, Initiative-Leiste, Flip-Mat, All-Rolled-Up mit Würfeln & Co, Charakterbögen, Karten mit Zaubersprüchen drin, Holzkegel, ... Die Box ist stabil, es passt einiges rein, sie schaut gut aus. Perfekt! Wenn es die nur einzeln zu kaufen gäbe.

Zum Größenvergleich: Die Dragonborn-Miniatur aus dem Castle-Ravenloft-Boardgame.


15. Longest campaign played
Earthdawn 1 - das müsste etwas mehr als zwei Jahre gewesen sein. Vielleicht auch drei. So genau kann ich das nicht mehr sagen. 2006 - 2010 spielte ich in mehreren ineinander übergreifenden und z.T. dann doch wieder voneinander getrennten ED-Kampagnen. Das lag daran, dass der SL und ein Spieler/SL irgendwann nicht mehr miteinander spielen wollten. Wegen Umzug und Rückkehr der SL, neuen Mitspielern, etc. habe ich, je nach Zählung, in einer, zwei oder drei Kampagnen gespielt. Das war das längste, was ich an Kampagnen-Spiel gespielt habe. Jedenfalls, wenn man die Zahl der Spieltreffen rechnet.
An Jahren wurde das mittlerweile von der SL-losen Everway-Runde mit zwei alten Freunden übertroffen. Jedoch treffen wir uns nur zweimal im Jahr zum Spielen. Von daher ist die Zahl der Spielabende - gerade im Verhältnis - doch recht gering.

16. Longest game session played
Das war ganz klar Midgard 4 auf den Erlanger Spielertagen 2012. Die Con-Runde ging ca. 10 Stunden und weder das Abenteuer noch das Spielsystem haben mich begeistern können. Wobei ich da hauptsächlich dem SL die Schuld gebe. Sonderplot für einen SC, null Pacing, ewig Downtime für einige Spieler, ... sowas geht gar nicht. Vorzeitig aussteigen wollte ich aber nicht. Immerhin war es ein Lehrstück darin, wie man an Cons nicht leiten sollte.

17. Favourite Fantasy RPG
Ein Lieblings-Fantasy-RSP habe ich derzeit nicht. Für verschiedene Anlässe habe ich verschiedene Spiele:

Crypts & Things => Sword & Sorcery,
LotFP => einfaches D&D mit weirdness Faktor,
Prince Valiant Storytelling =>  erzähllastiges Spiel,
Everway => Freiform;
To Go & EDO, Fäntelalter/Renaissance plus historische Einsprenksel: WFRP 2nd.

 
Das ist momentan mein "Standart-Repertoir". Zum Lieblingsspiel kann ich eigenlich gar nix sagen.

18. Favourite SF RPG
Gibt es nicht. Generell habe ich bisher kaum SF gespielt (Dark Heresy & Star Wars zählen mMn nicht).
Für wahrscheinlicher als Traveller (das mich bisher einfach nicht gepackt hat) ist, dass es River of Heaven (OpenQuest) wird. Vielleicht kommt als Ergänzung doch noch Starblazer Adventures dazu, das ich gerade nochmal ernsthaft zu lesen begonnen habe.

19. Favourite Supers RPG
Mein Interesse an Superhelden ist relativ gering. Mit der Superhelden-Ästhetik, mit dem Thema "übermenschliche Kräfte", der nicht selten etwas einfältigen Moral, ... kann ich wenig anfangen. Ich lese da lieber Graphic Novels oder Prinz Eisenherz.
Es gibt eine nennenswerte Ausnahme: Der neue Moon Knight. Die ersten beiden Bände sind zeichnerisch extrem kunstvoll umgesetzt und die Figur ... erinnert entfernt an Batman. Nur kaputter und deutlich vielschichtiger. Klare Leseempfehlung von meiner Seite!

Zurück zum Rollenspiel: Es gibt eines, das man als Superhelden-RSP durchgehen lassen könnte und das mir vom Lesen her sehr gefällt. Mutant City Blues, welches die Gumshoe-Regeln nutzt.
Die Kurzbeschreibung des Spiels wäre: "X-Men trifft CSI".


... bis hierhin mal.
Der Rest folgt ...

Sonntag, 19. April 2015

Abschluss des Märzkarnevals "Auf's Auge?! "

Endlich kommt sie, die Zusammenfassung inkl. meiner abschließenden Eindrücke zum letztmonatigen Karneval. Doch zuvor will ich noch auf die Übersicht zu den Beiträgen bis zum zwanzigsten März 2015 hinweisen.


Auf Los gehts los:

D6Ideas war wieder fleißig und stellt in Unknown Mobile Suit - Big Fan ein neues Kampf-Hovercraft vor, das seine Existenz der Suche nach passenden Modellfiguren für das Unknown-Mobile-Suit-Projekt verdankt.
Mit Unknown Mobile Suit – Visueller Charakterbogen stellt das Blog dann den Bau eines dazu passenden Charakterbogens vor.


In Drei Punkte für zwei Augen beleuchtet Würfelheld dann das Hobby aus der Sicht einer Person mit heftiger Sehbehinderung. Ein, wie ich finde sehr ungewöhnlicher Text, der wirklich nochmal zum Nachdenken bringt.


Mit einem magischen Gegenstand (mit mehreren Fadenrängen) für Earthdawn sammt Illustration wartet Spiele im Kopf in dem Beitrag Die Brille des Tull-Hammu auf. Außerdem ist das magische Ding selbst eine nette Anspielung auf das Karnevals-Thema.


Auf die Ohren gibt Greifenklaue, der sich einmal mit Glorian und das andere Mal mit Christophorus zusammentut, um sich per Podcast der Diskussion aller(!!) inspirativen Vorschläge zum Thema aus der Karnevalseröffnung zu widmen:
GKpod #41 - Aufs Auge I
GKpod #42 - Aufs Auge II

Im dritten Hörbeitrag GKpod #43 – Auf`s Auge III mit Smaragdspitze (Pathfinder) geht es schließlich um das PF-Produkt "Die Samargadspitze" und wie es mit Zusatzkram noch aufgewertet werden kann.


Teilzeithelden beschäftigt sich hingegen mit einem innovativen Spielhilfsmittel und stellt mit Das Noteboard – unscheinbare Faltmacht dessen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten vor.


Ackerknecht zeigt im Projekt Visualisierung was man in Musterbeuteln voller Spielmaterial drin ist und was man damit anstellen kann.


Moritz spricht Von der Seifenkiste herab an, welche 10 Illustratoren für ihn Rollenspiel ausmachen und warum. Cool! Eigentlich hätte ich auch noch was zu Illustrationen und Rollenspiel schreiben wollen.


Tagschatten hat das getan und präsentiert zehn für ihn Bedeutsame Cover. Auch das finde ich sehr schön. Es heißt zwar immer "don't judge a book by its cover", aber die Realität sieht einfach anders aus.


... und dann gibt es noch Tarins Diskussions-Thema im RSP-Blogs-Forum um die Darstellung antropomorpher Tiere in entsprechenden Rollenspielsettings. 


Außerdem ist noch eine ganze 
Reihe an Nachträgen zum März-Karneval entstanden:

Zunächst stellt Wellentänzer im Tanelorn-Forum fest: DSA ist unbemerkt im Rollenspiel-Olymp. Er begründet das vor allem durch stark verbesserte Abenteuer und Kampagnen, die für das Spielsystem in jüngerer Zeit herausgebracht wurden. Der Bezug zum Karneval-Thema ist ... mehr Wortspielerei als alles andere. ;-)

Auch die Mehrzahl meiner eigenen Beiträge kam verspätet. Guided by History 
und Guided by History II zeigen meine (schon etwas älteren) Bastelarbeiten für WFRP2nd. Im ersten Beitrag gehe ich dabei auf den Bau meines Spielleiterschirmes. Die im zweiten Text präsentierten Sachen haben die Spieler zur Zielgruppe. Es handelt sich dabei um mein neuestes Charakterbogen-Modell und um ein Zauberbuch für Spieler. Wealth won't save your soul
ersetzt alte Tempel- und Schreinzeichnungen durch Neue.

Material zum Aufhübschen von Fanarbeiten für Splittermond bringt Meisterperson mit Splittermond-Fanpaket Layoutvorlage mit Videotutorial.



Abschlussgedanken zu "Auf's Auge?!":

In insgesamt 28 Beiträgen ist eine Menge an unterschiedlichen Gedanken und Ideen zusammengekommen. Die Tendenz zu persönlichen Themen - "das ist mir wichtig", "so mache ich das" - hat sich auch nach dem 20.März fortgesetzt, was ich sehr schön finde. Dass damit die universelle Einsetzbarkeit der präsentierten Spielmaterialien vielleicht etwas zu kurz kommt, finde ich keineswegs schlimm. Die Basteltipps nämlich sowie theoretische und methodische Überlegungen sind allgemein anwendbar.

Ansonsten war auffällig, dass der Karneval eher langsam anlief. Zwölf der 28 Beiträge erschienen bis zum 20.März. Im Gegenzug entstanden auch noch bis weit in den April hinein Texte zu "Auf's Auge!?!" - inklusive dieses Abschlussberichts. Vermutlich lässt sich die "Verschiebung" insbesondere duch die außerordentlich zahlreiche Teilnahme am Februar-Karneval erklären. Auch Ostern könnte ein Grund sein. Und trotzdem blieb eine Reihe an Ideen und Themen, die der einen oder dem anderen Blogger im Kopf war/ist ohne Beitrag. (Was auch mir selbst so ging.) Ich bin mir sicher: Das Thema "Visualisierung" ist noch längst nicht durch, auch wenn der Karneval vorbei ist. 


Hier nochmal der Karnveal als Übersicht:
Eröffnungsbeitrag
Zwischenstand
Abschluss (dieser Beitrag)

Kommentare und Diskussionen: Im RSP-Blogs-Forum. (Zum Einloggen ist keine reguläre Registrierung erforderlich.)

Samstag, 11. April 2015

WFRP2 - Wealth Won't Save Your Soul

Da mir die alten Versionen nicht mehr gefallen haben, habe ich flugs zwei neue auf's Papier gekritzelt. Wie die Originale sind die Bilder ... so nebenher entstanden. Gedacht sind die Bilder, um sie im Spiel kurz! den Spielern zu zeigen oder als Grundlage für eine Beschreibung durch den SL. Mehr sollen sie nicht leisten. Was die Bilder darstellen sollen, ist im Bild selbst notiert.


Und neu mit von der Partie:



Donnerstag, 9. April 2015

[Karneval-Nachtrag 3/15] Guided By History II

Um den vorherigen Beitrag nicht zu lang werden zu lassen, habe ich entschieden: Ich mach zwei draus. Hier will ich meinen neuesten WFRP-2-Charakterbogen und die Zauberbücher vorstellen.

Was soll ich sagen: Ich war - mal wieder - mit dem Vorgängermodell (gibt's auch hier zum Runterladen) unzufrieden. Der Grund: Zweieinhalb Seiten sind einfach eine halbe Seite zu viel! So nett die Idee mit der halben Seite für Notizen auch ist: Mehr als ein Blatt Charakterbogen finde ich mittlerweile einfach doof, nervig ... ihr wisst, was ich meine.

Für die neue Version habe ich Transparentpapier genommen. Aus dem einfachen Grund: Ich kann alles, was mir am alten Bogen gefallen hat unkompliziert mit dem Tuschestift abpausen. Alles, was mir dagegen nicht gefallen hat, weglassen. Außerdem verfüge ich die ganze Zeit über den Überblick darüber, wie viel Platz ich - im Verhältnis zum alten Bogen - noch habe.
Würde ich - wenn ich weiter Bögen per Hand machen wollte - jederzeit wieder so machen. Für digital erstellte Bögen nehme ich mitlerweile am liebsten den Publisher von "Kleinweich". Der ist recht unkompliziert in der Bedienung und ich kann die Einzelteile so hin- und herschieben, wie ich das brauche. Kann sein, dass ich da noch irgendwo einen digitalen Bogen für Crypts & Things habe. Ich vermute jedoch, dass ich den damals zu speichern vergessen habe.

Wie dem auch sei .. Hier ein Blick auf den (auch nicht mehr soo) neuen Warhammer-Bogen:

 
Ich denke ich werde den bald mal hochladen.

Was ist an dem Bogen nun anders? Naja: Die Vorderseite ist fast gleich geblieben. Da sind immer noch Hintergrundinfos, Karriere, sowie Profilwerte, Fertigkeiten und Talente festgehalten. Also alles, was man im "erzählerischen" Teil braucht. Auf der Rückseite befindet sich alles, was für Kampf, Bewegung und Einkaufen nötig ist. Heißt: Beide Seiten funktionieren für sich. Ein Hin- und Herwenden des Bogens entfällt.

Rausgefallen sind Spalten für (klerikale und arkane) Zauber. Zum einen braucht die nicht jeder und zum andern habe ich Sprüche in Spruchbüchlein ausgelagert.

Hier ein paar Bilder:






Bisher habe ich in das Büchlein nur die 10 Zauber der geringfügigen Magie eingetragen. Wenn ein Spieler eine entsprechende Lehre für seinen SC raussucht, dann wird das entsprechend ins Buch reingeschrieben.

Ich finde dieses A6-formatige Zauberbuch super: Es nimmt wenig Platz weg, ist optisch und haptisch richtig schön und schließlich ersetzt es verkümmerte Einträge auf dem Charakterbogen, das Nachschlagen im Regelwerk sowie Karteikarten, die doch nur wieder lose durch die Gegend fliegen würden.



Diskussionen zum März-Karneval: im RSP-Blogs-Forum.


... die Zusammenfassung der März-Karnevals habe ich nicht vergessen. Ich hoffe, dass ich das bis mitte diesen Monats hinbekomme.

[Karneval-Nachtrag 3/15] Guided By History

Was ich schon längst hätte tun wollen, hole ich nun nach: Die Vorstellung der Hilfsmittel, die ich für WFRP 2 zusammengebastelt habe. Beginnen möchte ich mit dem Spielleiterschirm.

Die Grundlage besteht aus 2x "Schreibmappe mit Gelstift" zu je 2,99 €, die es damals bei einem Billigladen (mit 3 Buchstaben) gab. Besonders cool ist, dass die ca. A$ große Mappe eigentlich nix weiter ist, als ein richtig stabiler Hardcover-Einband, in das ein Blanko-Block reingelegt ist. Dazu gibt es noch eine Schlaufe in der ein Gelstift steckt.

Für den Warhammer-Schirm habe ich das Piraten-Motiv verwendet. Das hier ist das Motiv "Fußball", das ich noch übrig habe:




 Die beiden Mappen habe ich dann mit weißem Buchbinder-Tape zusammengeklebt und auf der Vorderseite mit Bildern versehen. Die Bilder rechts und links sind ganzseitige Illustrationen, die ich aus alten White Dwarfs rausgetrennt habe und das mittlere stammt vom GM-Toolkit, dessen beiliegender SL-Schirm mich nicht überzeugen konnte. Das Ganze schaut dann so aus:


Auf der Innenseite befinden sich dann meine SL-Tabellen, die ich hier  hier zum Runterladen freigegeben habe. Der erste Seite hat eine Klarsicht-Aktenhülle eingefügt, um die Tabellen/SL-Hinweise, die ich seltener brauche parat zu haben. Im PDF-Dokument sind das die Seiten 4 und 5.
Das sieht dann so aus:



Hier mit Sicht auf S.1:

Heute würde ich wahscheinlich einen A4-Briefumschlag statt der Klarsichtfolie nehmen, den an der Seite öffnen und oben zukleben. Auf den Briefumschlag würde dann die Seite 1 geklebt werden und die beiden übrigen Seiten kämen in den Briefumschlag.

Als ich damals mit dem Schirm angefangen habe, war mir aber wichtig alles reversibel zu halten. Das heißt: Zunächst waren die beiden Mappen/Kartons gar nicht durch ein Buchbinder-Klebeband verbunden. Die SL-"Tabellen" wurden nur mit Tesa eingeklebt, um die Seiten leicht austauschbar zu halten. Das war durchaus sinnvoll, weil ich die Seiten tatsächlich mehrmals überarbeitet, neu zusammengeklebt, ... habe. Mittlerweile ist der Schirm (also die 3 sichtbaren Seiten) auf einem Stand, der wahrscheinlich keine Veränderungen mehr braucht. Aber wer weiß. Was die Bilder angeht: Die würde ich wohl heute nicht mehr auswählen. Ich werde sie aber trotzdem nicht überkleben. Einfach deswegen, weil sie den optischen Stil von WFRP2 ganz gut vermitteln.

Diskussionen zum März-Karneval: im RSP-Blogs-Forum.
Ebenfalls einen sehr coolen SL-Schirm hat Arne auf Fallschaden präsentiert.

Freitag, 20. März 2015

[Karneval] Auf's Auge?! - Zwischenstand

Eigentlich sollte der Beitrag schon mitte der Woche online gehen. Leider habe ich da nicht die Ruhe gefunden mich dem Karneval zu widmen.


Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben und deswegen kommt hier der Zwischenstand:


6d6ideas stellt im Beitrag Visuelles Paradox die Überlegung an, dass Rollenspiel nicht durch Spielmaterial begrenzt ist, sondern darüber hinauswächst. Das soll aber gerade nicht eine Limitierung des Spielmaterials bedeuten sondern ein freies Experimentieren damit. 

Im zweiten Beitrag Paradoxe Visualität folgt dann Lobgesang auf Public Domain Bilder - gerade in Bezug auf Settingbasteleien. 


Clawdeen Spielt kommt mit der tollen Idee "das Auge isst auch mit" an und präsentiert in Auf’s Auge! … mit der Winterkönigin ein Rezept, das zur Verwendung mit dem Pathfinder-Abenteuerpfad Die Winterkönigin/Reign of Winter gedacht ist.


Zeitzeugin lässt in Den Rollenspielchar zeichnen lassen die Leserschaft Anteil haben an der Enstehung einer Charakterzeichnung.


Tarin vom Goblinbau bringt zwei alte Beiträge ein. Bemerkenswert ist dabei jeweils der eigene Rollo-biographische Bezug. So geht es in Gucken und Anfassen: Von Pöppeln und Krempel um die Angst, dass Hilfsmittel das Spiel kaputt machen können und die Feststellung, dass das Gegenteil der Fall ist. 

Wider der Grafikhurerei in fantastischen Landen dagegen widmet sich der Qualität von Illustrationen in Rollenspielprodukten und stellt die Frage, was "gutes Artwork" ausmacht.
[Anm./Notiz an mich: Da mir das Thema der Illus in RSP-Publikationen auch sehr am Herzen liegt, sollte ich vielleicht noch eine Antwort dazu schreiben. Nach dem Motto: "Bitte mit Ecken und Kanten!"]


Gemeinsamer Vorstellungsraum und Visualisierung ist das Thema von ChaosAmSpieltisch. Der Autor diskutiert am Beispiel von Bildern und Battle-Mat die Vorzüge und Verwirrunungen dieser Hilfsmittel und welche Auswirkungen sie auf die gemeinsame Vorstellung haben können.


Fallschaden beginnt seinen Beitrag Mehr ist mehr: Gedankenbilder und mein SL-Schirm mit der der Problematik der nicht kommunizierten Vorstellung. Darauf folgt das Geständnis, dass ihn Regeldiskussionen aus der Welt der Imagination rausschmeißen. Da das gerade auf SL-Seite von besonderer Relevanz ist, wechselt der Schreiber dann auf das Thema "SL-Schirm" und stellt uns seinen Stahlblech-Schirm vor.


Die Teilzeithelden bringen mit Wenn’s mal wieder länger dauert – Tipps zum schnelleren Würfeln einen Beitrag ein, der sich dem Hilfsmittel des Rollenspiels schlechthin befasst: Dem Würfel, bzw. seinen digitalen Gegenstücken.


Mit Auf`s Auge für die Ohren präsentiert Greifenklaue eine Sammlung von Podcasts, die sich verschiedenen Aspekten von Visualisierung im Rollenspiel gewidmet haben. Außerdem darf man gespannt sein auf Gleifenklaues & Glorians neuen Podcast-Beitrag, der aber noch in Bearbeitung ist.


Premiere beim Karneval feiert Dütt & Datt -Thorsten aus Kiel spiel wieder Rollenspiel mit Die Erstellung eines Charakterportraits durch eine/n Illustrator/in. Dabei geht es um die Erfahrungen des Autors mit der In-Auftraggabe einer Charakter-Illu an eine (semi-)professionelle Künstlerin. Finde ich auch ganz nützlich für Leute, die von Freunden um eine Charakterzeichnung angehauen werden. Das hilft die richtigen Fragen zu stellen.


Mein eigener Beitrag In der Halle des Bergkönigs beschäftigt sich mit dem Labyrinth-Lord-Abenteuer Die Festung des Bergkönigs von Moritz Mehlem und meinen Bastelarbeiten dazu. Darin kommt auch das Problem des Kartenzeichnens in v.a. Old-School-Spielen zur Sprache. Ergänzt wird das Ganze um ein Lob von Bildern, die skizzenhaft die Imagination der Spieler unterstützen.


Nach 2/3 der Zeit möchte ich ein kurzes Zwischenfazit ziehen:

Auf's Auge?!
Bislang hält sich die Zahl der Beiträge zum März-Karneval - gerade im Vergleich zum fulminanten
Vormonat - in Grenzen. Andererseits sind die bisherigen Beiträge wohl überlegt und schön ausformuliert worden. Besonders gefallen mir zwei Dinge: Ich habe wirklich das Gefühl mit Gewinn anderen Hobbyisten über die Schulter schauen zu können. Und: In vielen Texten sind biographische Bezüge drin, die den Beiträgen nochmal eine ganz besondere Nachvollziehbarkeit und Authentizität verleihen. Toll!

Auf die nächsten 11 Tage! 
Ich bin sicher, da kommen noch einige gute Sachen.




PS.: Bestimmt habe ich Beiträge übersehen. Falls das eueren Beitrag betrifft oder wenn ihr darauf stoßt: Bitte in die Kommentare hier oder bei RSP-Blogs. Es wird dann nachgetragen.

Diskussionen und Kommentare zu den Beiträgen könnt ihr entweder auf den Blogs der Teilnehmer oder im RSP-Blogs-Forum (obiger Link) loswerden. Der Eingangsbeitrag zum März-Karneval findet sich hier.

Donnerstag, 19. März 2015

[Karneval März '15] In der Halle des Bergkönigs

Hier ist er endlich mein (erster) Beitrag zum März-Karneval "Auf's Auge?!" Die Diskussion dazu findet sich im RSP-Blogs-Forum.

Nachdem meine ersten Versuche mit OSR-Spiel (muss 2007 oder 2008 mit der Roten Box und dem Abenteuer Palast der Silberprinzessin gewesen sein) nicht so waren, wie ich mir das vorgestellt hatte, musste was anders werden. Der erste Schritt war zufällige Monsterbegegnungen wegzulassen, bzw. die Listen anzupassen und nur da/dann zu würfeln, wo/wenn eine Begegnung Sinn macht.   


Anno 2009 habe ich dann für das LabLord-Abenteuer Der Festung des Bergkönigs von Moritz sog. "Dungeon-Tiles" gebastelt. Der Grund dafür war meine Unzufriedenheit mit dem Kartenzeichnen. Im OSR-Spiel hat ja üblicherweise eine Spielerin oder ein Spieler die Aufgabe den Grundriss mitzuzeichnen. Jedenfalls dann, wenn sich die Gruppe im Dungeon befindet. In diesen Spielplan soll dann alles eingetragen werden, was die Spielenden mit ihren SC entdeckt haben und was sie für relevant halten. Das ist dann ihr Orientierungsplan. Wenn der grobe Fehler enthält, wie, dass eine Falle, die sie entdeckt aber nicht entschärft haben, vergessen wurde einzutragen oder Abzweigungen falsch sind, dann kann das unangenehme Konsequenzen haben.

Nur hatte ich als SL keine Lust die Räume so akribisch mit Längenmaßen zu beschreiben, dass der Kartograph gut mitzeichnen kann. Fand ich frickelig, langweilig und aufwändig. Deswegen bin ich dazu übergegangen zuerst den Raum generell zu beschrieben. Wie er aussieht, was sofort auffällt, wie groß er ungefähr ist. Funktional und stimmungsvoll, so dass die Spieler einen groben Eindruck haben. Dann habe ich das jeweilige Dungeon-Tile ausgepackt, sodass der Kartograph es abzeichnen konnte und die Gruppe die Verantwortung für die Richtigkeit der Karte übernehmen konnte. 


Auf den Tiles habe ich die Gruppe dann durch einen Holzspielfigur repräsentiert. Wenn Gruppe sich  teilte: Eine zweite Holzfigur. Das Ganze ist natürlich nicht maßstabsgetreu, aber es hilft den Überblick zu behalten. Auch habe ich nie mehr als 2 oder 3 Tiles gleichzeitig auf den Tisch gelegt, sodass die Spielerkarte als Werkzeug für die Gruppe auch Sinn macht.

Die "Tiles" habe ich damals auch mit dem Hintergedanken erstellt, sie für andere Dungeon-Abenteuer wiederzuverwenden.

Kurz zu den Tiles selbst: Das ist einfach Zoll-Papier auf Wellpappe geklebt und mit dem Cutter ausgeschnitten. Mit verschiedenfarbigen Eddings wurden die wichtigsten Sachen aufgemalt (Wasser, Türen, Statuen).


Zu Die Festung des Bergkönigs gibt es noch als Spielerfahrung zu sagen:

Eine Spielerin hatte damals einen abgerichteten Hund namens "Labertasche" dabei. Der wurde durch ein Teil aus der Knabberbox, das 4 Extremitäten hatte, abgebildet. Als wir den ersten Spieleabend beendeten (wir haben für die Festung 2 Abende gebraucht) und uns ans Aufräumen machten, habe ich mit das Knabberstückchen geschnappt und aufgegessen. Mit dem Ergebnis: Entsetzte Spieleraugen! Nach kurzer Verwirrung löste sich die Situation in Gelächter auf. Der Hund war natürlich nicht tot. ;-)

Kurz: Süß- oder Kabberkram ist keine so tolle Idee, um irgendwas im Rollenspiel zu visualisieren.



Blick von Larm aus in Richtung Bergfeste
Im Nachhinein sind dann noch ein paar Zeichnungen entstanden, die wie die Tiles als Ergänzung der Beschreibung herhalten sollten. Deswegen sind die Abbildungen in  "generischen" Posen gehalten und Schwarz-Weiß. Schließlich sollen die Bilder (wie die Tiles) nicht die Vorstellung der Spieler ersetzen oder dominieren sondern unterstützen. Also: Das Bild kurz hochhalten oder durchgeben und dann wieder wegpacken. Cool ist natürlich, wenn man viele Bilder der Marke "erster Eindruck" nutzen kann.

Das Gegenteil davon sind WFRP3-Karrierekarten. Die liegen ständig vor dem Spieler und zeigen einen konkreten Charakter. Ich konnte mich nie so recht nicht von der Illu lösen, sodass die Vorstellung vom eigenen SC immer irgendwo an das jeweilige Bild gefesselt war. (Mit ein wichtiger Grund, warum ich WFRP3 nicht so mag.)

Hier noch die Bilder (die mehr so nebenher entstanden sind):
Kobold
Oger